Todessphäre

Thomas Rabenstein & Volker Ferkau

Language: German

Publisher: Ls ebook

Published: Mar 10, 2013

Description:

Irgendwo, irgendwann     Drei Männer und eine Frau starrten a uf die fünf Glasröhren. In ihnen schimmerte eine transparente Flüssigkeit und reflektierte das kalte Deckenlicht. Dutzende Kabel und Schläuche führten zu den Behältern, in denen nackte Gestalten schwebten. Sie wirkten geschlechtslos, unwirklich, wie zu groß geratene Embryos, hilflos wie helle Würmer am Boden einer Tequilaflasche. Wenn man sehr genau hinschaute, erkannte man, dass es sich um zwei Frauen und drei Männer handelte. Sie hatten die Augen geschlossen und träumten.     » Zwei Milliarden Kondukte!«, sagte einer der Männer. Er hatte eine Glatze. »Zwei Milliarden Kondukte werden wir verlieren, wenn wir nicht erfahren, was es mit dem Sand auf sich hat und wie schnell man das Aggregat tauschen kann, falls das überhaupt möglich ist. Wir haben es unseren Geldgebern versprochen.«     » Svea Anderson, Gordon Meyers, Min-Hae Choung, Dimitrij Blinow und Leonardo de Silva«, gab die Frau zurück. »Dieses Mal wird es ihnen gelingen. Noch einmal versagen sie nicht.«     Man nannte die Gestalten in den Behältern Brains , da es sich um die intelligentesten Menschen von Terra handelte, jeder ein absoluter Experte. Sie hatten ein grässliches Schicksal hinter sich und existierten in einem Kokon aus Schuld, Nährflüssigkeit und Traum.     » Geht es ihnen dort drinnen gut?«, fragte der Mann.     » Das ist eine ziemlich rhetorische Frage, nicht wahr?«, sagte einer der anderen Männer und grinste.     » Ist der Einsatz programmiert?«, fragte der Mann mit der Glatze.     » Alles ist vorbereitet«, gab der andere Mann zurück. »Es kann losgehen.«     » Also wecken wir sie.«     » Ja«, sagte die Frau. »Wecken wir sie. In weniger als vierundzwanzig Stunden wissen wir, ob die Company pleite geht oder nicht.«     » Die Brains könnten dabei sterben, das ist Ihnen allen klar?«, fragte der Mann mit der Glatze.     Die Frau lächelte süffisant. »Leben sie denn? Würden Sie das Leben nennen?«     Der dritte Mann, hochgewachsen und schlaksig, auch im schwarzen Anzug, flüsterte: »Wenn die Fünf eine Ahnung hätten, dass sie das Geschick der Menschheit verändern, dass sie es schon verändert haben ...« Der Satz schwang in der Kälte der Raumes.     Die Frau sagte hart: »Ich glaube, sie wissen es. Auf eine gewisse Weise wissen sie es.«     Der schlaksige Mann sagte: »Hoffentlich nicht.«     Der Mann mit der Glatze tippte auf dem Holoscreen einen Code. »Schicken wir sie in die Todessphäre.« Er gab den letzten Befehl. »Erwachen!«